Geschichte

Die Geschichte der Burgfestspiele Mayen beginnt im Jahre 1980, in dem die romantische Genovevaburg anlässlich ihres 700-jährigen Bestehens eine Woche zur Bühne wurde. Glanzpunkt der Festlichkeiten war eine Aufführung der romantischen Genovevasage am Fuße der mittelalterlichen Burg, die Mayener Bevölkerung sowie Besucherinnen und Besucher derart begeisterte, dass man sich entschloss die Burgfestspiele zu einer festen Einrichtung werden zu lassen.

1982 wurde erstmalig der romantische Burghof zur Kulisse für „Jedermann“ und „Dornröschen“, wobei zunächst Gastspiele der Landesbühne Rheinland-Pfalz und anderer Festspielstädte das Programm der ersten Jahre bestimmten. Aufgrund stetig steigender Zuschauerzahlen und immer größerer Beliebtheit der Festspiele wurden 1987 die Burgfestspiele Mayen mit eigenem Ensemble und mit eigener Intendanz geboren.  Besonders stolz waren und sind die Mayener Bürgerinnen und Bürger, dass Mario Adorf, einer der bekanntesten deutschen Schauspieler und Sohn der Stadt, die Patenschaft der Burgfestspiele übernommen hat und diese bis heute begleitet.

Die Burgfestspiele prägen insbesondere im Sommer das Bild der Stadt Mayen. Sie sind mittlerweile fester Bestandteil des kulturellen Lebens in Rheinland-Pfalz und locken jährlich rund 30.000 Besucher auf die Genovevaburg im Herzen der Stadt.

 

INTENDANTEN

1988 – Rudolf Heinrich Krieg (* 2. Februar 1927; † 8. Februar 1988)

Krieg wirkte in deutschen Fernsehserien der 1960er und frühen 1970er Jahre als Haupt- und Gastdarsteller mit, so unter anderem in „Fernfahrer“, „Die Familie Hesselbach“ und „Tatort“. Neben seiner Arbeit für das Fernsehen, wirkte er auch in Filmen wie „Kein Hüsung“ und „Love from a Stranger“ (dt: Ein Fremder klopft an) mit. Daneben war er klassischer Theaterschauspieler, so in Penthesilea, von dessen Diomedes noch eine Fernsehaufzeichnung einer Frankfurter Aufführung von 1963 gelegentlich gesendet wird. Außerdem synchronisierte Krieg Hörspiele, z. B. von Karl May und war später Regisseur, Theaterleiter und Theateragent ZBF. Rudolf Krieg war mit der Schauspielerin Eva Kotthaus (* 1932) verheiratet. Der erfahrene Schauspieler und Regisseur beschäftige sich bereits in den Jahren 1986/87 mit dem Aufbau der Mayener Burgfestspiele. Völlig überraschend verstarb Rudolf Heinrich Krieg im Februar 1988.

1988 bis 2004 – Hans-Joachim Heyse (* 29. Juni 1929; † 23. März 2013)

Heyse inszenierte in seiner Zeit als Intendant der Festspiele ein breites Repertoire, das die Stücke der Antike, Dramen von William Shakespeare, die deutschsprachigen Autoren der Klassik und Romantik, aber auch Stücke der Jahrhundertwende, der Moderne und des zeitgenössischen Theaters umfasste. Zu seinen bevorzugten Autoren als Regisseur gehörten William Shakespeare, Carl Sternheim und Bertolt Brecht; er inszenierte aber auch moderne Autoren, unter anderem Edward Bond.

Von 1964 bis 1966 war Heyse Oberspielleiter an den Bühnen der Stadt Bonn und anschließend bis 1970 am Schauspielhaus Bochum. Heyses Inszenierung des Theaterstücks „Musik“ von Frank Wedekind am Schauspielhaus Bochum wurde 1965 zum Berliner Theatertreffen eingeladen. Heyse arbeitete als Regisseur auch im Bereich Oper und Ballett.

Als Nachfolger von Karl Pempelfort wurde er Generalintendant an den Bühnen der Stadt Bonn (1970 bis 1981). Von 1979 bis 1984 leitete er die Luisenburg-Festspiele in Wunsiedel. Außerdem war er von 1983 bis 1985 Professor an der Folkwang Hochschule Essen. 

2004 bis 2007 – Pavel Fieber (* 30. September 1941)

Ist als Schauspieler, Regisseur und Intendant an unzähligen Bühnen engagiert. Von 1969 bis 1972 leitete er gleichzeitig die Opernschule am Peter-Cornelius-Konservatorium der Stadt Mainz und gründete das Theater an der Mainzer Universität. Von 1972 bis 1974 war Fieber Oberspielleiter am Theater Oberhausen, von 1974 bis 1978 am Stadttheater Ingolstadt. Er inszenierte mehrere Erst- und Uraufführungen von Pavel Kohout und Václav Havel. Von 1978 bis 1985 arbeitete er als freier Schauspieler und Regisseur unter anderem am Theater Wuppertal, am Theater Bonn, am Schauspielhaus Düsseldorf, am Theater des Westens in Berlin, an der Staatsoper Hamburg, am Staatstheater Karlsruhe, am Staatstheater Darmstadt und am Staatstheater Stuttgart. Von 1985 bis 1991 war Fieber Intendant am Theater Ulm. Von 1991 bis 1997 wirkte er als Intendant am Pfalztheater Kaiserslautern. 1997 wechselte er als Generalintendant an das Badische Staatstheater Karlsruhe, wo er bis 2002 amtierte. Von 2000 bis 2003 übernahm er zudem die künstlerische Leitung der Luisenburg-Festspiele in Wunsiedel.

Während seiner Amtszeit als Intendant der Burgfestspiele Mayen, brachte Pavel Fieber zusätzlich das bis dahin nicht gespielte Genre „Musical“ auf die Bühne der Genovevaburg. Das Ensemble wurde durch bekannte Film- und FernsehschauspielerInnen unterstützt.

2007 bis 2016 – Peter Nüesch (* 16. September 1949)

Nach einer umfassenden Schauspielausbildung folgt das erste Engagement am Züricher Kleintheater „Theatralli“, dessen Leitung er kurz darauf übernimmt. Die Stationen seiner Theaterlaufbahn führen ihn zunächst von Zürich über Marburg, Düsseldorf und Ingolstadt nach Kaiserslautern. Mit jedem Engagement wachsen die Möglichkeiten, sodass die Nüesch’sche-Theater-Palette nicht nur Schauspiel, sondern auch Operette, Musical, Regie und das Schreiben neuer Stücke bereithält. Neben vielen Auftritten in Funk und Fernsehen, Inszenierungen und Gastspielen fällt die Entscheidung zur Eröffnung eines eigenen Hauses: das Turmtheater Regensburg. Nach sieben erfolgreichen Jahren in Regensburg folgt er dem Ruf des Theaters an der Rott in Eggenfelden, wo er 10 erfolgreiche Jahre als Intendant verbringt. 2007 übernimmt er als Intendant der Burgfestspiele Mayen die Nachfolge von Pavel Fieber.

Durch seine klassischen Schauspielinszenierungen, Komödien und das Fortsetzen der erfolgreichen Musicaltradition gelingt es Peter Nüesch die Burgfestspiele durch zehn erfolgreiche Jahre zu führen.

Seit 2016 Daniel Ris (* 8. März 1965)

Nach seinem Diplom an der Westfälischen Schauspielschule Bochum war Daniel Ris als Darsteller in Dortmund, Bielefeld und Frankfurt am Main tätig. Als Ensemblemitglied des Theaters Konstanz begann er 1996 auch zu inszenieren. Ab 1998 arbeitete er freiberuflich. Er spielte unter anderem an den Staatstheatern Stuttgart und Hannover, an der Neuköllner Oper Berlin, am Deutschen Schauspielhaus Hamburg, bei den Burgfestspielen Bad Vilbel und bei den Gandersheimer Domfestspielen. Regie führte er weiterhin in Konstanz sowie auch an den Theatern in Aachen, Augsburg, Baden-Baden, Bremerhaven, Heilbronn, an der Landesbühne Hannover und den Staatstheatern in Darmstadt und Oldenburg sowie bei Freilicht-Aufführungen auf der Wilhelmsburg in Ulm und bei den Burgfestspielen Bad Vilbel. 2011 schloss er ein Masterstudium Kulturmanagement an der Universität Zürich mit Auszeichnung ab.

Daniel Ris erweitert 2017 zum ersten Mal in der Geschichte der Festspiele das Angebot um eine Produktion speziell für Jugendliche. Unter dem Motto „Vielfalt“ stehen neben den fünf Eigenproduktionen auch Late-Night, Comedy, Gastspiele und viele andere Festspiel eXtras auf dem Spielplan.