Kabale und Liebe

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Klassiker von Friedrich Schiller

Premiere am 10. Juni 2017 auf der Bühne im Burghof

Das Hauptwerk des ”Sturm und Drang” war in Mayen zuletzt in einer Inszenierung von Hans-Joachim Heyse im Jahre 1988 zu sehen. Er eröffnete damit die erste Saison der Festspiele mit einem eigenen Ensemble.

Die Geschichte der unmöglichen Liebe von Luise und Ferdinand kann wohl als die deutsche Variante von “Romeo und Julia” gelesen werden. Ferdinand liebt Luise. Luise liebt Ferdinand. Er ist adelig, sie ist bürgerlich, und die Eltern beider sind gegen diese Beziehung. So wird aus der Begegnung zweier Menschen die Bedrohung eines ganzen sozialen Gefüges. Kräfte verschieben sich, öffentliche und private Sphären verschwimmen, und auf einmal ringt jeder um die Entscheidungsgewalt über sein eigenes Leben. Wie kann sich der einzelne positionieren, in einer Gesellschaft, in der Macht und Privilegien ungleich verteilt sind? Mit wie viel Radikalität begegnet man der repressiven Wucht einer Umgebung, die einen zurichtet und entmündigt? Geschrieben auf der Schwelle zwischen Absolutismus und dem sogenannten “bürgerlichen Zeitalter” gibt das Trauerspiel die Fragen an uns weiter, in unsere heutige Umbruchszeit. Wie zeitlos ist für uns die politische Ebene dieses Krimis um Machtmissbrauch und Korruption? Wie verstehen wir heute das Kind-Eltern-Drama im Ringen um das persönliche Glück? Welche Vorstellungen einer idealen Liebe sind auch heute in unseren Beziehungen noch von Bedeutung?

Inszenierung: Rüdiger Pape
Bühne: Flavia Schwedler
Kostüme: Gabriele Kortmann
Technische Leitung: Harald Witt

Spieldauer ca. 2 Stunden und 35 Minuten / eine Pause

Mit: Hanna Mall (Luise), Heike Trinker (Lady Milford), Birger Frehse (Ferdinand), Mario Gremlich (Präsident), Stefan Preiss (Miller), Charles Ripley (Wurm) und Philip Schlomm (Kalb)

"Schiller funktioniert 1784, 1988 – und heute (...) Gut zwei Stunden Schiller'schen Originaltext sauber und engagiert gesprochen. (...) Alle sieben Mitspieler weisen sich als versierte Mimen aus. (...) Die Inszenierung versucht in gemäßigter Modernität das Problem einer von allen Seiten angefeindeten Liebe als überzeitliche Frage zu behandeln. (...) Das Publikum lässt sich auch in lauer Sommernacht von der menschlichen Tragik bannen und anrühren. Flavia Schwedlers Bühnenbild setzt mit einem grellgelben, tischhohen, meterlangen Laufsteg den Burgmauern einen modernen Akzent entgegen. Der erfüllt mehrere Zwecke: Er vermeidet das Gefühl des bloßen Historienspiels; er symbolisiert auf der sehr breiten, nach oben offenen Bühne die Kammerspielartigkeit des eigentlich primär in Räumen angesiedelten Geschehens. Obendrein deutet diese Höhenstufung der Spielfläche stets auf gesellschaftliche Rangstufen. (...) Publikumsovationen." Rhein-Zeitung 12.06.17

"Der Klassiker von Friedrich Schiller kommt in der Inszenierung von Rüdiger Pape sehr dynamisch, tempogeladen und modern daher und strahlt dennoch den Charme des klassischen Theaters aus. Kein Wunder, dass die Premierenbesucher am Samstag die Akteure mit Beifall überhäuften und es im Burghof zu minutenlangen stehenden Ovationen kam. (...) Theaterklassiker müssen beileibe nicht langweilig sein, sondern bieten vielmehr spannende Unterhaltung für alle Generationen - wer es nicht glaubt, kann und sollte sich bei den Mayener Burgfestspielen davon überzeugen. BLICK AKTUELL 13.06.17

"Große Liebe, großes Theater!" Mayen EXTRA 13.06.17